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Das ist ein Portrait des britischen Seeoffiziers und Polarforschers John Franklin.

John Franklin. „Illustrierte Zeitung“, Leipzig 1845.

Er war 1845 Leiter einer Expedition in die kanadische Arktis, die im Auftrag der britischen Admiralität die vermutete, aber bis dahin nie befahrene Nordwestpassage finden sollte. Die würde einen kürzeren Seeweg nach Asien bedeuten.

Nordamerika ganz - Kopie (2)

Nordamerika, Detail. B. Herder 1838.

John Franklin hatte zuvor schon Teile der Nordküste Kanadas erforscht.

Erebus und Terror. „Illustrierte Zeitung“, Leipzig 1845.

Erebus und Terror, die beiden Schiffe der Franklin-Expedition. Sie waren auf dem neuesten Stand ihrer Zeit, mit teils metallbeschlagenen Rümpfen, zum Schutz vor dem Eis. Beide Schiffe hatten einen zusätzlichen Schraubenantrieb mit Eisenbahn-Dampfmaschinen. Die Schrauben konnten –ebenfalls zum Schutz vor dem Eis- aus dem Wasser gezogen werden, ähnlich wie hier:

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Schiffsschraube mit Hebezeug. „Der Weltverkehr und seine Mittel“, Leipzig und Berlin 1875.

Es gab eine Art Zentralheizung und auch eine Bibliothek. Die Expedition war mit tausenden, damals neuartigen Konservendosen ausgerüstet, und mit größeren Mengen Zitronensaft gegen Skorbut. Allerdings fehlten Gegenstände für das Überleben im Eis, wie Schneebrillen, Schlitten  oder Jagdausrüstung.

Von ursprünglich 134 Mann Besatzung waren 5 westlich von Grönland mit einem Versorgungsschiff nach England zurückgefahren. Die übrigen 129 starben bei der Expedition. Der letzte Kontakt mit Europäern –Walfängern- war im Juli 1845 an der Baffin Bay. Die ersten Todesopfer gab es beim Überwintern 1845/46 vor der Beechey-Insel.

North Circumpolar Regions. Blackie & Sons, 1860

Nach der dritten Überwinterung im Packeis gaben die Überlebenden die festgefrorenen Schiffe auf und versuchten, sich zu Fuß zu einem hunderte Kilometer entfernten Posten der Hudsons’s Bay Company zu retten. Auf dem Weg starben alle an Hunger, Kälte und Erschöpfung.

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„Karte der Gegend, in welcher die Franklinsche Expedition unterging.“ aus: „Malerische Länder- und Völkerkunde“, Berlin 1863

Erst drei Jahre, nachdem man nichts mehr von der Expedition gehört hatte, wurden 1848 auf Initiative von Franklins Ehefrau Jane Franklin Rettungsversuche gestartet. Die waren dann allerdings umfangreich und das öffentliche Interesse daran hoch. Zahlreiche Schiffe wurden ausgeschickt, um nach Überlebenden zu suchen. Es war die ungefähre Gegend bekannt, in der die Schiffe zu suchen waren, abgebildet auf dieser Karte aus dem Jahr 1863.

Datei 26.04.15 10 46 54Gefunden wurden allerdings nur Gräber, weggeworfenes Material, persönliche Gegenstände und -in einem Steinmal im Nordwesten der King-William-Insel- ein hinterlegtes Papier mit einigen Angaben der Expedition. Unter anderem war daraus zu entnehmen, dass John Franklin im Juni 1847 gestorben und bereits 24 Männer tot waren.

Datei 26.04.15 10 46 13Das erste tatsächliche Durchfahren der Nordwestpassage gelang Roald Amundsen von 1903−1906.

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Arktis. A.Scobel, 1901

Im Jahr 2014 fand ein kanadisches U-Boot in der Victoria Strait das Wrack der Erebus. Einen interessanten Roman angelehnt an das Leben von John Franklin hat 1983 der deutsche Schriftsteller Sten Nadolny veröffentlicht.

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